Eidersperrwerk

Eidersperrwek

Das Eidersperrwerk
Das Eidersperrwerk

Die Eider ist der bedeutendste Fluss in Schleswig-Holstein. Sie entspringt südlich von Kiel und trennt die beiden Landesteile Schleswig und Holstein. Der natürliche Flusslauf ist durch verschiedene Maßnahmen völlig verändert worden. Das Mündungsgebiet hingegen nicht. Denken wir uns alle Schleusen und Seile weg, so würden große Teile der unteren Eider und Treene bei jedem Hochwasser, ja würde die ganze Niederung der unteren Eider und Treene mit Ausnahme der Geestinseln, bei jeder Sturmflut unter Wasser gesetzt. Dies war auch jahrhundertelang der Fall. Aus dem Grund wurden bereits im 16. und 17. Jahrhundert die Hauptflüsse Sorge und Treene und später auch die Obereider abgeriegelt und durch Deiche immer enger eingeschnürt. Die Folge war, dass die Flut höher anlief als je zuvor. Der Tidenhub, das ist der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, betrug bis 1935 bei Friedrichstadt 2,40 m, bei Rendsburg noch 1,50 m. 1992 wurde Rendsburg sogar bei einer Sturmflut gefährdet. Es gab am Fluss zahlreiche Deichbrüche und sogar ein Eisenbahndamm wurde einmal überspült. Die anliegenden Gemeinden waren diesen finanziellen Belastungen auf Dauer nicht gewachsen und aus dem Grunde entschied man sich in den dreißiger Jahren, die Eider bei Nordfeld, 5 km oberhalb von Friedrichstadt, abzudämmen.

Vor Sturmfluten war die Eiderniederung oberhalb der Abdämmung zwar nun geschützt, aber unterhalb trat eine so starke Versandung ein, dass Schifffahrt und Entwässerung beeinträchtigt wurden. Diese ungünstigen Verhältnisse und die erhöhten Sturmfluten 1953 und 1962 warfen das Eiderproblem erneut auf. Schließlich zeichnete sich im Rahmen des Generalplanes zum Küstenschutz eine neue Lösung ab, und zwar die Abdämmung der Eider im Mündungsgebiet zu wagen, und mit allen Erkenntnissen neuzeitlicher Wasserbautechnik einen Damm mit Sperrwerk aus Siel und Schleuse zu schaffen, der das gesamte Eidergebiet nicht nur vor Sturmfluten schützt, sondern auch eine hinreichende Entwässerung und einen offenen Schifffahrtsweg erwarten lässt. Gleichzeitig schützt der Damm die weiten Niederungsgebiete der Eider vor Sturmfluten, die Seedeichlinie wird dabei von 60 km auf 5 km verkürzt.

Es gab auch Gegenstimmen und die Sielverbände, die in die Eider entwässern, legten vorsorglich Einspruch ein. Auch der Badeort St. Peter-Ording schloss sich dem Einspruch an. Bei der Entwässerung der Sielverbände hat sich keine Beeinträchtigung eingestellt. Ob sich bei dem Kurort St. Peter-Ording noch negative Einflüsse durch das Sperrwerk bemerkbar machen werden, bleibt abzuwarten.